Geschichte

Die ehemalige Zisterzienserinnenabtei Graefenthal im Wandel der Zeit

 In der Nähe von Goch zwischen Asperden und Kessel liegt das ehemalige Zisterzienserinnen-kloster Graefenthal. Das 1248 von Graf Otto II. von Geldern gegründete Kloster wurde 1802 nach über 550 Jahren während der französischen Herrschaft zwangsweise säkularisiert. Es prägte einst das religiöse Leben und die Kulturlandschaft seiner Umgebung.

Wer sich dem früheren Zisterzienserinnenkloster über die von Pappeln gesäumte Allee nähert, spürt die Geschichte des Ortes. Die Zufahrt eröffnet den Blick auf die weiträumige Kloster-mauer, die seit Jahrhunderten Graefenthal von der Außenwelt trennt. Diese Umfriedung kenn-zeichnete die Grenze und stand als Symbol für die Weltabgeschiedenheit, dem „Hortus Conclusus“ der Frauengemeinschaft.

Der Eingang führt über die Zugangsbrücke durch das Torhaus zunächst in den Wirtschaftsteil des Frauenklosters und weiter zu dem mit Baumbestand und Freifläche gestalteten  inneren Klosterbezirk im Norden. Dieser Bereich war zu Zeiten der Zisterzienserinnen der Öffentlich-keit nicht zugänglich und durch die Architektur hermetisch abgeschirmt. Von dem ehemals geschlossenen Klosterbezirk sind der Ostflügel und der Nordflügel mit Nordkreuzgang erhalten geblieben.

Der noch vorhandene Bestand an Funktions- und Wirtschaftsbauten gibt ein nahezu umnfas-sendes Bild vom Aussehen des Wirtschaftshofes im 18. Jahrhundert, da mit Ausnahme der Schaf- und Pferdeställe und der Scheune alle weiteren Gebäude noch vorhanden sind.

Die Backsteinbauten waren zweckorientiert, aber wirkungsvoll und repräsentativ im Erschei-nungsbild gestaltet.

Trotz baulicher Verluste sind die zentralen Funktionsbereiche des ehemaligen Klosters bis heute präsent. Die bis heute erhalten gebliebenen Teile der alten Bausubstanz vermitteln einen Eindruck über die einstige Größe des Klosters. Als Folge ihrer über 700jährigen Nutzungs-geschichte weist die Anlage verschiedene Phasen von Bautätigkeiten auf.

Das Besondere der Gesamtanlage besteht darin, dass hier die Struktur einer historisch gewachsenen Klosteranlage mit ihren unterschiedlichen Funktionsbereichen trotz der baulichen Verluste im 19. Jahrhundert noch präsent ist.